Ein neuer GRI-Standard zu Steuern

Unternehmen, die sich arm rechnen, Firmengruppen, die Gewinne so lange zwischen einzelnen Tochtergesellschaften hin- und herschieben, bis niemand mehr durchblickt: Die Steuermoral insbesondere von Großunternehmen hat in den letzten Jahren gelitten. Immer wieder wurden global player aus der Internetbranche beschuldigt, kaum Steuern zu zahlen. Deshalb gibt es seit Anfang Dezember 2019 den neuen GRI Standard 207 zu Steuern für Nachhaltigkeitsberichte. Er tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Mehr als 250 Stakeholder aus verschiedenen Branchen haben an der Erarbeitung dieses Standards mitgewirkt. Er gehört zur Gruppe der ökonomischen Standards.

Wer diesen Standard für seinen Nachhaltigkeitsbericht auswählt, muss zukünftig folgende Informationen offenlegen: Hat das Unternehmen eine Steuer-Strategie? Falls diese bereits veröffentlicht wurde, empfiehlt GRI einen Link zu dieser Strategie. Wer in der Unternehmensführung ist für die Steuer-Strategie zuständig und wie oft überprüft derjenige/diese Gruppe formell diese Strategie? Wie kontrolliert das Unternehmen die Einhaltung von Vorschriften in diesem Bereich? Welche Steuer-Risiken wurden identifiziert und überwacht? Gibt es Mechanismen, wie Mitarbeiter unethisches oder rechtswidriges Verhalten in Bezug auf Steuern melden können? Außerdem muss das Unternehmen benennen, welchen Einfluss sein Steuerkonzept auf seine nachhaltige Entwicklung hat.

Insbesondere fordert der Standard, dass Unternehmen ihre Lobby-Aktivitäten sowie Sonder-Vereinbarungen bezüglich der Steuern offenlegen und über ihre Mitwirkung in entsprechenden Verbänden berichten. So sollen sich die Kunden ein besseres Bild von der Steuerehrlichkeit eines Unternehmens machen können.