Was bringt ein Nachhaltigkeitsbericht?

Klimawandel, Fridays For Future - ein immer größerer Teil der Gesellschaft interessiert sich dafür, unter welchen Bedingungen Produkte unseres täglichen Lebens hergestellt werden. Selbst wenn ein Unternehmen keine Produkte für Endkunden schafft: Auch hier wollen immer mehr Menschen wissen, ob sich eine Firma an den allgemeinen Anstrengungen zur Energiewende beteiligt. Ein Nachhaltigkeitsbericht widmet sich nicht nur ökologischen Themen; auch soziale Themen - beispielsweise wie stark die Mitarbeiter einbezogen und Frauen gefördert werden - und die Visionen des Managements spielen eine Rolle.

Doch es sind nicht nur allgemeine Gründe, die für einen Nachhaltigkeitsbericht sprechen. Ein Nachhaltigkeitsbericht wirft viele Fragen auf: Wo kann im Unternehmen Energie eingespart werden? Wo können Abläufe verbessert werden? Fühlen sich alle Mitarbeiter gut behandelt? Halten sich auch Zulieferer an unsere Normen? Aus Erkenntnissen dieser Fragen resultieren Strategien für ein nachhaltiges Management in allen Unternehmensbereichen. Wer sich damit beschäftigt, rüstet sein Unternehmen gut für die Zukunft.

Daneben profitiert ein Arbeitgeber ganz konkret von einem Nachhaltigkeitsbericht: Fachkräfte bevorzugen ein Unternehmen, das Umweltschutz groß schreibt und sich als menschlicher Arbeitgeber präsentiert. Wer sein Aktienunternehmen so nachhaltig ausrichtet, dass es als "grünes" Unternehmen gilt, bekommt viel leichter Finanzkapital; denn immer mehr Anleger suchen nachhaltige Fonds. Mitarbeiter engagieren sich stärker bei der Arbeit, wenn sie das Gefühl haben, in einer nachhaltig agierenden Firma zu arbeiten. Medien werden auf die nachhaltigen Projekte aufmerksam. Und nicht zuletzt kann sich ein Unternehmen dadurch von der Konkurrenz abheben. Es wirkt stark und vertrauenswürdig - ein wichtiger Faktor in der heutigen Zeit!

Manche Firmen müssen auch einfach einen Nachhaltigkeitsbericht vorlegen: Börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind seit 2017 dazu verpflichtet, neben dem Geschäftsbericht auch einen Nachhaltigkeitsbericht vorzulegen. Wer allerdings weniger als 20 Millionen Euro Bilanzsumme oder weniger als 40 Millionen Euro Umsatz hat, wird von dieser Pflicht ausgenommen. Trotzdem kann sich auch in diesen Fällen ein Nachhaltigkeitsbericht wegen des Zuwachses an Glaubwürdigkeit und Vertrauen lohnen. Der Nachhaltigkeitsbericht soll spätestens vier Monate nach Ende des Geschäftsjahres veröffentlicht werden.